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Der Apfelwickler – erkennen und bekämpfen: Wenn der Wurm im Apfel steckt🍎

14. Okt.
4 Min. Lesezeit

Da freut man sich den ganzen Sommer auf die Äpfel vom eigenen Baum, und dann das: Ein kleines Loch in der Schale, braune Krümel drumherum und beim Aufschneiden eine unangenehme Überraschung.

Da war vermutlich der Apfelwickler am Werk. Er gehört zu den bekanntesten Schädlingen im Apfelanbau und macht nicht nur uns Obstbauern das Leben schwer, sondern auch vielen Hobbygärtnern.

Aber was ist der Apfelwickler eigentlich? Und was kann man im eigenen Garten gegen ihn unternehmen?



Was ist der Apfelwickler?

Der Apfelwickler (Cydia pomonella) ist ein kleiner, unscheinbarer Nachtfalter. Mit seinen grau-braunen Flügeln ist er kaum zu entdecken und sieht eigentlich ziemlich harmlos aus.

Ausgewachsener Apfelwickler auf einem grünen Blatt

Das Problem ist allerdings nicht der Falter selbst, sondern sein Nachwuchs.

Die Weibchen legen ihre Eier auf Blättern oder direkt auf den jungen Früchten ab. Aus den Eiern schlüpfen kleine Raupen, die sich in die Äpfel bohren und dort vom Fruchtfleisch und den Kernen ernähren.

Genau genommen ist der berühmte „Wurm im Apfel“ also gar kein Wurm, sondern eine Schmetterlingsraupe.



Woran erkennt man einen Befall?

Oft sieht ein befallener Apfel von außen noch ziemlich gut aus. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man aber typische Anzeichen:

  • Kleine Ein- oder Ausbohrlöcher in der Schale

  • Braune, krümelige Ausscheidungen rund um die Löcher

  • Fraßgänge im Fruchtfleisch, häufig bis zum Kerngehäuse

  • Vorzeitig abfallende Früchte

Apfel mit Fraßloch und braunen Ausscheidungen des Apfelwicklers

Schneidet man einen solchen Apfel auf, findet man manchmal noch die Raupe darin. Sie ist zunächst hell und wird später häufig rosa bis rötlich, mit einem braunen Kopf.

Die Fraßstellen können außerdem Eintrittspforten für Fäulniserreger sein. Dann beginnt der Apfel von innen zu faulen.



Wann ist der Apfelwickler unterwegs?

Der Apfelwickler überwintert als ausgewachsene Raupe in einem Gespinst, beispielsweise unter lockerer Baumrinde oder in anderen geschützten Verstecken.

Im Frühjahr verpuppt er sich. Die ersten Falter fliegen je nach Witterung häufig ab Mai, besonders an milden Abenden.

Raupe des Apfelwicklers im Fruchtfleisch eines Apfels

Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier ab. Die schlüpfenden Raupen bohren sich anschließend in die jungen Äpfel.

Nach einigen Wochen verlassen sie die Früchte wieder, um sich zu verpuppen oder einen Platz zum Überwintern zu suchen.

In warmen Jahren kann sich sogar eine zweite Generation entwickeln. Deshalb kann der Apfelwickler bis in den Spätsommer hinein Probleme verursachen.



Apfelwickler bekämpfen – was hilft im Hausgarten?

Die gute Nachricht: Man muss nicht gleich zur Spritze greifen. Gerade bei einzelnen Apfelbäumen gibt es einige Möglichkeiten, den Befall zu reduzieren.

Wer den Apfelwickler bekämpfen möchte, sollte möglichst früh anfangen. Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich der Befall im Hausgarten häufig reduzieren.


1. Befallene Äpfel regelmäßig aufsammeln

Das ist eine der einfachsten und sinnvollsten Maßnahmen.

Sammelt während des Sommers regelmäßig heruntergefallene und sichtbar befallene Äpfel auf. Solange sich die Raupen noch darin befinden, verhindert ihr so, dass sie ihre Entwicklung ungestört fortsetzen.

Wichtig: Die Äpfel nicht einfach unter dem Baum liegen lassen. Befallene Früchte sollten so entsorgt werden, dass die Raupen nicht wieder entkommen können.


2. Wellpappe um den Baumstamm legen

Ein alter Trick, der auch heute noch funktionieren kann.

Ab etwa Ende Juni könnt ihr einen ungefähr 10–20 cm breiten Streifen Wellpappe um den Stamm befestigen.

Die Raupen suchen nach dem Verlassen der Äpfel geschützte Stellen, an denen sie sich verpuppen oder überwintern können. Die Hohlräume der Wellpappe bieten ihnen dafür ein mögliches Versteck.

Kontrolliert die Pappe regelmäßig und entfernt gefundene Raupen. Spätestens im Herbst sollte sie abgenommen werden.

Wichtig: Ein Wellpappring allein wird den Apfelwickler nicht beseitigen. Er kann aber helfen, einen Teil der Raupen abzufangen.


3. Pheromonfallen zur Kontrolle aufhängen

Im Gartenhandel gibt es spezielle Pheromonfallen für Apfelwickler.

Sie enthalten einen Lockstoff, der männliche Falter anzieht. Diese bleiben anschließend auf einer Klebefläche hängen.

Pheromonfalle zur Überwachung des Apfelwicklers im Apfelbaum

Das klingt zunächst nach einer einfachen Lösung, hat allerdings einen Haken:

Pheromonfallen dienen vor allem dazu, den Flug der Falter zu überwachen. Sie fangen normalerweise nicht genügend Tiere, um einen Befall zuverlässig zu verhindern.

Trotzdem sind sie nützlich, weil man damit besser erkennen kann, wann der Apfelwickler aktiv ist.


4. Nützlinge fördern

Auch der Apfelwickler hat natürliche Feinde.

Verschiedene Vögel, Spinnen und räuberische Insekten können Falter, Eier oder Raupen erbeuten.

Ein naturnaher Garten mit Hecken, Blühpflanzen und geeigneten Rückzugsmöglichkeiten bietet solchen Nützlingen Lebensraum.

Das beseitigt den Apfelwickler zwar nicht vollständig, unterstützt aber das natürliche Gleichgewicht im Garten.


5. Biologische Bekämpfung mit Granulosevirus

Wenn der Befall regelmäßig stark ist, gibt es noch eine gezieltere Möglichkeit: Präparate mit dem Apfelwickler-Granulosevirus (CpGV).

Dieses Virus befällt gezielt die Raupen des Apfelwicklers und wird auch im ökologischen Obstbau eingesetzt.

Allerdings kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an. Die frisch geschlüpften Raupen müssen das Virus aufnehmen, bevor sie sich in die Früchte bohren. Deshalb sind meist mehrere, zeitlich abgestimmte Anwendungen notwendig.

Für Hobbygärtner gilt: Verwendet ausschließlich ein aktuell für den Haus- und Kleingarten zugelassenes Präparat und beachtet die Anwendungshinweise auf dem Etikett.



Kann man Äpfel mit Apfelwicklerbefall noch essen?

Grundsätzlich ist nicht jeder Apfel mit einem kleinen Fraßgang gleich verloren.

aufgeschnittener Apfel mit Fraßschaden und braunen Ausscheidungen des Apfelwicklers

Wenn das übrige Fruchtfleisch noch frisch und einwandfrei ist, kann man die befallenen Stellen großzügig herausschneiden und den Rest verwenden.

Faulige, schimmelige oder unangenehm riechende Früchte gehören allerdings aussortiert. Bei Fäulnis reicht es nicht unbedingt, nur die sichtbare Stelle wegzuschneiden.



Unser Tipp vom Obsthof

Wer einen Apfelbaum im Garten hat, wird den Apfelwickler wahrscheinlich nicht für immer loswerden. Das ist aber auch gar nicht unbedingt notwendig.

Unser Rat: Lieber mehrere einfache Maßnahmen kombinieren, als auf ein einzelnes Wundermittel hoffen.

Regelmäßig Fallobst aufsammeln, den Befall beobachten, gegebenenfalls Wellpappe einsetzen und Nützlinge fördern – damit kann man schon einiges erreichen.

Und falls trotzdem mal eine Raupe schneller war als ihr: Nicht ärgern. Im Obstbau gehört der Umgang mit solchen kleinen Mitessern nun einmal dazu.

Schließlich finden nicht nur wir Menschen Äpfel ziemlich lecker. 🍎

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